Sieglinde Geisel: Wie lasse ich das Unbewusste mitschreiben?

Referentin: Sieglinde Geisel, Literaturkritikerin, Schreibcoach und Gründerin von tell – Magazin für Literatur und Zeitgenossenschaft

5. & 6. Tischgespräche-Runde (15:00-16:30 Uhr)

Laut der Hirnforschung sind uns 95 Prozent dessen, was sich in unserem Gehirn abspielt, nicht bewusst. In unserem Unbewussten sind Erinnerungen gespeichert, zu denen unser Bewusstsein keinen Zugriff hat, und hier entstehen auch Verbindungen, die komplexer und tiefer sind als alles, was der Verstand erzeugen kann.

Beim Schreiben gilt es, das Unbewusste als Ressource zu nutzen. Doch oft tun wir genau das Gegenteil: Wir schreiben mit dem Kopf, stecken uns Ziele und wollen die Kontrolle behalten. In unserem Bewusstsein gibt es eine Stimme, die alles beurteilt, was wir tun. Beim Schreiben kann dieser „innere Richter“ als Zensurinstanz wirken und das Schreiben blockieren.

An der Tischrunde möchte ich mich darüber austauschen, wie wir uns beim Schreiben Zugang zum eigenen Unbewussten verschaffen und welche Rolle der innere Richter dabei spielt.

Sieglinde Geisel ist freie Journalistin, Lektorin und Schreibcoach. Sie übernimmt Lehraufträge für Schreibwerkstätten, 2016 hat sie das Online-Literaturmagazin tell gegründet. Sie lebt in Berlin.

 

Foto: (c) privat

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