Sebastian Christ: Schreiben als Ko-Autor – Warum Geburtshelfer für Bücher zu sein manchmal die spannendere Geschichte ist

Referent: Sebastian Christ, Journalist, Zukunftsforscher und Redakteur beim Tagesspiegel 

3. & 4. Tischgespräche-Runde (13:00-14:30 Uhr)

Wer Bücher veröffentlicht, möchte oft seine eigenen Gedanken und Geschichten mit anderen teilen. Das gilt gerade für Journalisten. Doch manchmal lohnt es sich, einen Schritt zurückzutreten: Denn in der gegenwärtigen politischen Debatte gibt es Wissenslücken. Und das liegt daran, dass wichtige Geschichten, die den Diskurs bereichern könnten, nicht aufgeschrieben werden. Wie etwa denkt ein junger Mann, der sich als Jugendlicher dem Islamischen Staat angeschlossen hat und nun versucht, Gleichaltrige vor dem Abrutschen in die Radikalisierung zu bewahren? Wie erlebt jemand die politische Gegenwart in Deutschland, der als Austauschstudent in die DDR kam und später zum ersten Pegida-Gegendemonstranten wurde?

Sebastian Christ spricht darüber, was den Reiz ausmacht, solche Geschichten für andere als Ko-Autor aufzuschreiben – und warum er es wichtig findet, dass wir auf diese Weise die blinden Flecken im politischen Bewusstsein auskundschaften.

Sebastian Christ hat Diplom-Journalistik und Zukunftsforschung studiert. Er arbeitet als Redakteur für Digitalpolitik beim Tagesspiegel. Außerdem ist er als Buchautor tätig. Im Jahr 2011 veröffentlichte er unter dem Titel „Das Knurren der Panzer im Frühling“ eine Kurzgeschichtensammlung aus Afghanistan (Droemer Knaur). Zuletzt hat er zwei Bücher als Ko-Autor begleitet: „Meine falschen Brüder“ (Kiepenheuer und Witsch), zusammen mit dem IS-Aussteiger Oliver N., und „Als Weltbürger zu Hause in Sachsen“ (Mikrotext) mit dem ersten Pegida-Gegendemonstranten, Hussein Jinah.